Lordan in seinem Versteck zuckte zusammen, denn trotz des mäßigen Lichts der alten Wirtshauslaterne war die mit rotem Garn geflickte Stelle auf der linken Seite der Kapuze des Fremden deutlich zu erkennen. Auch Marco erschrak. „Die geflickte Stelle an der Kapuze!“, raunte er Lordan zu, „das kann nur Plinus sein!“ „Der zweite Sohn Skirras?“, fragte Angelo leise. Lordan nickte. „Oh!“ Die Gewissheit folgte auf dem Fuße, als sie beim frontalen Blick des Mannes, trotz der ins Gesicht hängenden Kapuze, die rote Wucherung auf dessen rechter Wange sahen. Das bestimmte Feuermal! Nun gab es keinen Zweifel mehr, bei dem Kerl handelte es sich tatsächlich … um Plinus! Er hatte sich inzwischen also ebenfalls in seine menschliche Gestalt verwandelt. Was hatte er vor?
Plinus schlich sich zum Stall hinüber, das Licht seiner Augen zielte starr in diese Richtung. Doch plötzlich blieb er ruckartig stehen und versteckte sich hastig hinter einem Baum, das Licht seiner Augen war erloschen. Beim Stall drüben öffnete sich mit schabendem Geräusch die baufällige Brettertür, die lediglich noch in der oberen der beiden Türangeln drehte. Eine Gestalt trat heraus und zog die Tür hinter sich zu, indem er sie mit beiden Händen etwas anhob. Der Fremde ging zum Wirtshaus hinüber und war alsbald darin verschwunden. Im Licht der Gaslaterne war zu erkennen gewesen, dass es sich um einen Jungen in völlig zerlumpter Kleidung handelte. Plinus kam hinter dem Baum hervor und eilte zum Stall. Mit einem Ruck zog er die Tür einen Spalt weit auf und schlüpfte schnell hinein. Danach sahen Lordan, Angelo, Marco und Corax für kurze Zeit schwaches Licht von drinnen unstet durch die Ritzen der ihnen zugewandten Bretterwand schimmern.
