Lissys Alltag
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n Banchory, einer kleinen Stadt im Herzen Schottlands, schlug die Kirchturmuhr gerade sechs Mal, als Lissy aus dem Schlaf hochschreckte. Die polternden Tritte und der kräftige Schlag gegen ihre Zimmertür rissen sie unsanft aus ihren Träumen. „Los, steh auf und mach das Frühstück! Ich bin in Eile.“ Mit diesen Worten stieg ihr Stiefvater mürrisch wieder die Treppe hinunter und verschwand im Badezimmer. Ein lauter Fluch kurz darauf ließ vermuten, dass er sich beim Rasieren geschnitten hatte.
An Tagen wie diesem, an denen ihre Mutter zu schwach war, um aufzustehen, wurde Lissy von ihrem Stiefvater so früh geweckt, um die morgendlichen Pflichten im Haushalt zu übernehmen. Leider kam dies in letzter Zeit immer häufiger vor und ihr Stiefvater war dann besonders leicht reizbar. Lissy zog sich die klumpige Federdecke mit dem abgewetzten Bezug über den Kopf. Für eine kleine Weile schloss sie die Augen, als sie dachte: „Papa, warum kannst du nicht mehr bei uns sein? Ich will nicht, dass du tot bist!“ Tränen schossen ihr in die Augen. Sehnsüchtig versetzte sie sich zurück in jene Welt, aus der sie nach dem tragischen Autounfall ihres Vaters vor vier Jahren herausgerissen worden war:
