Fantasy-Reihe Dyluna, Band 1: Kapitel 1

Mr. Fuller bestärkte sie: „Ja, mach dich gefälligst nützlich, dafür dass ich dich und deine Mutter durchfüttere.“ Bevor die Tür ins Schloss fiel, bekam Lissy noch mit, wie Molly ihrem Vater mitteilte, dass in ihrer Klasse heute die letzten beiden Unterrichtsstunden ausfielen. Dann kehrte endlich etwas Ruhe in das kleine Häuschen ein, das Mama und Charlie Fuller nach ihrer Eheschließung vor dreieinhalb Jahren gekauft hatten. Das notwendige Kapital für den Kauf der Immobilie stammte jedoch von Papa, Alessandro Carossia. Er hatte all die Jahre hindurch konsequent etwas Geld auf die Seite gelegt. „Für alle Fälle“, wie er in seiner fürsorglichen Art zu sagen gepflegt hatte. Das Geld von Papa war nach dem Erwerb des Hauses jedoch aufgebraucht, sodass Mama und Lissy fortan von Mr. Fullers Einkommen abhängig waren. „Als Mr. Fuller und Mama frisch verheiratet waren, ist er noch kein solches Ekel gewesen wie heute“, ging es Lissy durch den Kopf. „Hat er sich damals womöglich verstellt?“ Kannte man allerdings Mr. Fullers Verwandtschaft, seine Eltern und seine beiden Brüder, die ebenfalls hier in der Gegend um Banchory lebten, dann wunderte man sich nicht mehr über seine Art und sein Aussehen. Nach ihrer Rückkehr nach Schottland hatte Rebecca Carossia, geborene Macmillan, zunächst alleine dagestanden. Von der eigenen Familie hatte sie nichts mehr zu erwarten gehabt. Mit ihr war es zum vollständigen Bruch gekommen, als sie sich nach deren Meinung in den falschen Mann verliebt hatte. Rebecca hatte den Sizilianer, wie ihre Verwandten und selbst ihre Schwester Papa abfällig nannten, erst seit drei Wochen gekannt, als sich die beiden für ein gemeinsames Leben miteinander entschlossen hatten und Mama kurzerhand mit ihm nach Sizilien gegangen war. Der Einladung zur Hochzeit vor vierzehn Jahren in Paternò war keiner ihrer sturen Verwandten gefolgt. Nach Alessandros Tod war Rebecca in ihre Heimat Schottland zurückgekehrt, wo sie in einer Selbsthilfegruppe für verwitwete Menschen Charly Fuller kennengelernt hatte. Sie war diesem Mann nach wie vor sehr dankbar dafür, dass er sich in dieser für sie äußerst schwierigen Zeit damals so aufopfernd um sie und ihre Angelegenheiten gekümmert hatte. Außerdem hatte er von Anfang an klar zu verstehen gegeben, dass er Lissy nach der Heirat adoptieren wolle. Dies hatte die neue Familie Fuller dann schließlich komplett gemacht.