Fantasy-Reihe Dyluna, Band 2: Prolog

Prolog

Anfangsbuchstabe D

er letzte Samstag im August war angebrochen, als Marco sein Versprechen gegenüber Dyluna einlöste und Lyras Tagebuch aus der Hütte oben am Ätna holte. Das Tagebuch, das tiefe Einblicke in das Leben von Dylunas verstorbener leiblicher Mutter gab, war einzigartig und für Dyluna ein unbeschreiblich wertvoller Schatz. Seit die drei Bulben vor Kurzem in die Hütte oben am Ätna eingebrochen waren, war das Buch dort nicht mehr sicher.

Marco hatte, trotz der vielen Arbeiten auf dem Hof, alles darangesetzt, Dyluna diesen Wunsch gleich im Anschluss an ihre und Alisons Abreise nach den Sommerferien Ende August zu erfüllen. Dabei wollte Marco nicht nur das Buch holen, sondern gleich noch die ziemlich übel zugerichtete Eingangstür der Hütte reparieren, was er jedoch nicht alleine geschafft hätte. Diese Arbeit wollte er am liebsten mit seinem besten Freund Pietro erledigen.

Pietro war vor ein paar Tagen sechzehn Jahre alt geworden und besaß seitdem ein Moped. Marco war sich allerdings nicht sicher, ob Pietro das Geheimnis um die Lavahöhle erfahren durfte, die zu Antonellas Schatzkammer führte, und die man über eine Luke im Fußboden der Hütte erreicht.

Marco hatte Dyluna angerufen und gefragt, ob er unter den gegebenen Umständen seinen Freund zur Hütte mitnehmen dürfe. Für ihn persönlich war klar, Pietro war absolut integer, Marco würde für ihn die Hand ins Feuer legen.
Dyluna, die Marco absolut vertraute, hatte ohne lange nachzudenken zugestimmt. <So kam es, dass Marco und Pietro an besagtem Samstag kurz nach acht Uhr auf Pietros Moped, mit entsprechendem Werkzeug im Rucksack, die Straße zum Ätna hinaufknatterten. Die kurvenreiche Bergstrecke verlangte dem PS-schwachen Zweirad alles ab, sodass sich die Fahrt ziemlich lange hinzog. Der anschließende Fußmarsch vom Parkplatz über den Geröllhang zu dem schmalen Pfad, der zur Hütte hinaufführte, dauerte trotz zügigem Tempo auch noch knapp zwei Stunden. So kam es, dass Marco und Pietro ihr Ziel erst gegen Mittag erreichten. Oben am Hang, wo unterhalb auf einem Plateau Antonellas Hütte stand, blieb Pietro plötzlich wie angewurzelt stehen. „Marco! Um Himmels Willen! Sieh doch!“, stieß er hervor, „die Eingangstür –  die ist ja völlig aus dem Rahmen herausgerissen!“