Schnell hoben sie die Holzeinsätze mit den Kräutersäckchen in die drei Truhen zurück und schlossen die Deckel wieder. Danach setzten sich die beiden Jungs erst einmal unter die Öffnung in der Decke, in der ein Ginsterstrauch wuchs, und stützten die Köpfe in ihre Hände. So verging einige Zeit, bis sie sich wieder etwas besser fühlten und in der Lage waren, die herumliegenden Bücher aufzuräumen.
Plötzlich fiel Marco das Pergament wieder ein, von dem der Soldat vorhin gesprochen hatte. Er stieg über den Wall aus erstarrter Lava, wo sich in der Nische zwischen diesem und der Höhlenwand ein kleiner Holzkasten befinden musste. Marco erschrak, denn der Holzkasten stand offen und die Schriftrollen, an die er sich noch gut erinnerte, lagen daneben. Bei drei von ihnen war das jeweilige rote Samtband gelöst worden, sodass sich die Pergamente etwas entfaltet hatten.
„Verdammt!“, stieß Marco hervor, „die Kerle haben die Schriftrollen einfach herausgeworfen und teilweise geöffnet!“
„Schriftrollen?“, wiederholte Pietro neugierig geworden und kam ebenfalls her. „Dann haben sie die bestimmt gelesen! Was steht denn da drin?“
„Tja, mein Freund, die Schrift wirst du genauso wenig entziffern können wie ich!“
„Warum das denn? Zeig mal her.“ Pietro griff nach einem der altertümlichen Pergamente. „Marco“, stieß er erstaunt hervor, „das fühlt sich ja gar nicht wie Papier an!“„Du hast recht, die Dokumente bestehen aus echtem Pergament!“
„Krass! Dabei handelt es sich doch um Tierhäute, nicht wahr?“
„Wow, dann müssen die aber verdammt alt sein! Bestimmt sind sie sehr wertvoll!“
„Davon kannst du ausgehen, und die Handschrift besteht aus äußerst seltsamen Symbolen.“
Pietro entfaltete eines der Pergamente.
„Unglaublich!“, stieß er hervor, „solche Schriftzeichen habe ich noch nie zuvor gesehen!“ Er war wie gebannt. „Ich wüsste nur zu gerne, was darin steht!“
„Tja, ich auch!“ Marco zog die Augenbrauen hoch und nickte. Er löste nun auch noch die Samtbänder der fünf übrigen Schriftrollen, wobei er die einzelnen Blätter genau anschaute. Mit jedem Mal wurde er dabei etwas nervöser.
„Marco, was ist denn los? Suchst du etwa ein bestimmtes Pergament?“
<„Ja, allerdings!“
