Fantasy-Reihe Dyluna, Band 2: Prolog

„Ja“, antwortete daraufhin der andere, „wir haben doch wirklich jeden Winkel abgesucht!“ „Wenigstens haben wir das Pergament gefunden.“ Die Stimmen entfernten sich langsam.
„Die haben den magischen Stein gesucht!“, flüsterte Pietro seinem Freund aufgeregt zu. Marco nickte eifrig. „Zum Glück war er nicht dort! Antonella hat ihn Dyluna vor vier Jahren nach Schottland mitgegeben. Ich frage mich nur“, überlegte Marco verunsichert, „von welchem Pergament der Kerl gesprochen hat!“ Marco und Pietro linsten hinter der Felswand hervor und sahen, wie sich zwei Männer auf die Lücke zwischen den Berberitze-Sträuchern zubewegten. „Was die für komische Klamotten anhaben!“, flüsterte Pietro seinem Freund völlig erstaunt zu. „Mit ihren engen Hosen in den Stiefeln, den Umhängen und Schwertern sehen die Männer aus wie zwei als Soldaten verkleidete Schauspieler in einem Mittelalterfilm!“ Pietro schüttelte den Kopf. „Die beiden können eigentlich nur aus Arkoba stammen! Laufen dort alle Soldaten so herum?“ „Ja“, antwortete Marco, „die Leute dort leben nämlich noch so wie im Mittelalter!“

„Was?“, wunderte sich Pietro, „dann gibt es dort keine Autos, keine Computer …?“ „Nein, noch nicht einmal elektrischen Strom!“ „Das ist ja abgefahren! Dann macht man beim Wechsel der Welten ja jedes Mal einen Zeitsprung!“ „Das ist richtig“, bestätigte Marco. Plötzlich verdüsterte sich seine Miene. „Ich frage mich nur, woher die zwei Soldaten von dem Zugang zu Antonellas Schatzkammer wussten!“ „Hm …“ Pietro runzelte die Stirn. „Eine berechtigte Frage!“
Nachdenklich ging Marco zu der Stelle zurück, wo er die Fackel in die Höhlenwand gesteckt hatte, und holte diese. Inzwischen waren die zwei Männer verschwunden, und die beiden Jungs gingen schweigend weiter in Richtung Schatzkammer. Jeder von ihnen hing seinen eigenen Gedanken nach.

„Schickt Fürst Paron etwa heimlich Soldaten nach Terrana?“, fragte sich Marco. „Aber … wie hätten die denn die geheime Lavahöhle finden sollen?“ Plötzlich gingen Marcos Gedanken in eine andere Richtung. „Waren das vorhin womöglich überhaupt gar keine Soldaten … sondern in Wirklichkeit zwei solche Monster, die lediglich deren Gestalt angenommen haben!??“ Marcos Gesicht nahm einen entsetzten Ausdruck an. „Mein Gott“, schoss es ihm durch den Kopf, „dann wären die entsprechenden beiden echten Soldaten ja tot … ihre Körper blutleer und ihre Gesichter zerfetzt!“