Fantasy-Reihe Dyluna, Band 2: Prolog

Marco nickte, drückte Pietro die Ersatzfackel in die Hand und marschierte entschlossen los. Gespannt und gleichzeitig mit etwas mulmigem Gefühl folgte Pietro im Schein der brennenden Fackel seinem Freund in die ungewisse Finsternis hinein. Als sie um eine langgezogene Biegung kamen, hinter der linkerhand der Eingang zum Höllenschlund folgte, blieb Pietro plötzlich stehen. „Da vorne ist ja noch ein zweiter Zugang zur Höhle“, staunte er und zeigte in die Richtung, wo helles Licht zu ihnen hereindrang. „Aber“, Pietro stutzte, „sieh doch nur, wie auffällig das Gebüsch davor durchbrochen worden ist! Bei der riesen Lücke hätte mir der Höhleneingang längst einmal auffallen müssen, so oft wie ich bereits in der Gegend hier oben war!“
Marco war ebenfalls stehengeblieben, er erschrak, als er die abgeknickten Äste der Berberitze-Sträucher sah und den dadurch entstandenen deutlichen Durchschlupf. „Was ist denn los?“ Pietro schaute seinen Freund überrascht an. „Der Höhleneingang dort vorne ist eigentlich so dicht zugewuchert, dass er überhaupt nicht auffällt. Als ich mit Dyluna und Alison vor kurzem hier gewesen bin, da war die Wand aus Sträuchern noch völlig dicht! Wer auch immer sich dort Zugang verschafft hat, muss von der Höhle hier gewusst haben! Hoffentlich haben diejenigen, die hier eingedrungen sind, nicht Antonellas Schatzkammer entdeckt!“

„Schatzkammer …??“, rief Pietro hellhörig geworden. „Ein paar Meter vor uns zweigt links ein Höhlengang ab, der an einem mörderisch tiefen Krater endet. Seitlich davon führt ein steiniger Hang zu einem Einstieg in einen größeren Raum hinauf … Antonellas Schatzkammer. Dort lagern ihre Heilkräuter und Bücher über Hexenkunst.“ „Cool!“, rief Pietro fasziniert. „Das klingt total spannend und irgendwie gruselig!“ Ungeduldig fügte er hinzu: „Los, lass uns gehen, das musst du mir unbedingt zeigen!“ Die beiden wollten sich gerade auf den Weg machen, als sie plötzlich Stimmen hörten. „Verdammt, da ist jemand in dem geheimen Höhlengang!“, stieß Marco hervor. Erschrocken wandte er sich seinem Freund zu: „Verstecken wir uns hinter der Kurve, wer auch immer dort vorne gleich herauskommt, sollte uns hier auf keinen Fall sehen.“
Marco machte schleunigst kehrt und Pietro folgte ihm. Kaum dass sie hinter der Biegung verschwunden waren und die Fackel ein Stück weiter hinten in eine Ritze der Höhlenwand geklemmt hatten, hörten sie auch schon deutlich zwei Männerstimmen, und wie die eine sagte: „Der Hohlraum hinter der Felswand oberhalb des furchtbaren Abgrunds ist wahrhaftig ein sehr gutes Versteck, ich verstehe nur nicht, warum Volcadonaris dort nicht zu finden war!“