Pietro riss Mund und Augen auf, als er erfuhr, dass das Mädchen, das er unter dem Namen Lissy kannte, die Fürstentochter Dyluna aus Arkoba war. Ihre Mutter Lyra hatte sie einst bei Felicitas und Antonella hier oben auf dem Ätna zur Welt gebracht. Lyra und ihr Ehemann, der Fürstensohn Darius, waren in Arkoba seit einem Umsturz dort verfolgt worden. Dass Dylunas Mutter bei einem Besuch in Arkoba von den Soldaten des selbst ernannten Fürsten Paron gleich bei ihrer Ankunft dort geschnappt und daraufhin auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden war, konnte Pietro zunächst gar nicht glauben.
Auf Pietros verwunderte Frage, woher Lyra von Felicitas und Antonella gewusst habe, berichtete Marco von Lyras Vater, dem großen Hexenmeister und Seher Lordan. Er hatte kurz vor dem Umsturz in Arkoba vor siebzehn Jahren eine Erscheinung. Darin wurde ihm offenbart, Fürst Demysos, Dylunas Großvater, müsse den Zauberstein Volcadonaris vor den Verrätern in Sicherheit bringen, zur großen Terranahexe Felicitas. Auf dem Rückweg war Fürst Demysos bei einem gewaltigen Ausbruch des Ätna unglücklicherweise in der Lava umgekommen. Seitdem befand sich Volcadonaris in der Obhut von Felicitas beziehungsweise Antonella, später in der von Dyluna.
Marco und Pietro gingen nun den Hang hinunter und das letzte Stück zur Hütte hinüber. Zu zweit hoben sie die schwere Tür auf und lehnten sie gegen die Hauswand. „Schau dir das an!“, stieß Pietro hervor, „auf die Tür wurde mit einer solchen Wucht eingeschlagen, dass auf der einen Seite die Verriegelung und auf der anderen die Türangeln aus der Wand herausgerissen wurden!“„Ja“, bestätigte Marco, „dabei ist sogar das massive Holz des Türrahmens teilweise gesplittert!“ Er zog die Augenbraue hoch. „Ob wir das alles einwandfrei wieder hinbekommen?“Pietro rieb sich das Kinn. „Marco, du hast doch sicher Schrauben, Dübel und etwas Holzleim dabei, nicht wahr?“Marco nickte.„Dann schaffen wir das.“
Vorsichtig traten die beiden Jungs ein. Im Inneren der Hütte schien alles soweit in Ordnung zu sein, es lagen lediglich zwei umgeworfene Stühle auf dem Boden herum. Die drei Bulben hatten es damals ja auch eilig gehabt, schließlich waren sie hinter Dyluna, Marco, Alison und Nero her gewesen, und, um in die Höhle hinunterzukommen, hatten sie zuvor erst noch eine menschliche Gestalt annehmen müssen.
